Immer wieder höre ich, dass die Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von Corona reine Panikmache ist. “…jede normale saisonale Grippe hat mehr Tote als jetzt mit Corona, es kann in der Schweiz bis zu 2’500 geben, da sind wir noch weit entfernt von… (oder so ähnlich)

Influenza sei viel gefährlicher als Corona, hört man derzeit von vielen Seiten. Doch die Tatsachen sind ein bisschen komplexer.

Stimmt das, ist das neue Corona-Virus nur eine saisonale Grippe?

1. Das Virus ist neu. (Diese Version des Corona)
2. Die Übertragbarkeit ist leichter als das gefährliche Sars-1-Virus
3. Die Pathogenität ist höher als bei bisherigen, bei uns im Umlauf befindlichen, Corona-Viren und sogar höher als bei Influenza.
4. Es gibt keine Behandlung, keine Impfung, anders als bei Grippe und anderen Infektionen.
5. Viele werden infiziert ohne zu erkranken, stecken aber genau deshalb ältere und immungeschwächte Personen an, die daran schwer erkranken und sterben können.
6. Durch den explosionsartigen, exponentiell ansteigenden Infektionsverlauf (anders als bei Influenza) kann es zur Überlastung in Krankenhäusern kommen, so dass auch die Versorgung von Influenza-Infizierten und anderen Erkrankten gefährdet ist und somit auch hier die Todesfallzahlen steigen können, zusätzlich zu Covid-19-Toten. Somit sind die aktuellen Maßnahmen keine Panik-Mache, sondern begründet.

Die Dunkelziffer muss mitbedacht werden: Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, ohne es zu merken, weil der Krankheitsverlauf bei ihnen sehr milde ist. Diese nicht registrierten, leichten Fälle dürften die  Sterberaten-Statistiken erheblich beeinflussen und senken.

Laut einer chinesischen Studie durchlebten 80,9 Prozent der Infizierten einen milden Verlauf der Erkrankung. Die Daten stammen vom Chinesischen Zentrum für Seuchenkontrolle und -vorbeugung. Es wurden demnach 72.314 Fälle ausgewertet.

Das höchste Sterberisiko haben dieser Studie zufolge Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie Diabetiker und Patienten mit chronischen Atem­wegserkrankungen und Bluthochdruck (eventuell Raucher?). Eine besondere Risikogruppe bilden zudem Mitarbeiter im Gesundheitsbereich.